
Im Haushalt gibt es jetzt einen Australier. Everdure nennt er sich und ist ein Gasgrill. Weil Gas nun mal immer in orangen Schläuchen geleitet wird, ist sein Look entsprechend. So findet man die Kochstelle auch bei trüben Lichtverhältnissen leicht. Wir sind hier ja schließlich in Deutschland, Regenland – sorry: formerly known als Regenland.
In der Verkaufsprosa wurde der Grill als „kompakter Balkon- oder Terassengrill“ angepriesen. Live ansehen konnte ich den heißen Typ nicht, hier ist Weber-Land, und exotische Marken stellen sich nur wenige der in den letzten Jahren aus dem Boden gesprossenen Grillshops in die Ladenfläche. Beim Auspacken und Montieren stellte sich dann schnell heraus, dass der Australier ein großer Bruder mit raumgreifender Attitüde ist. Obwohl es in seiner Produktfamilie tatsächlich noch ein größeres Model gibt.
Wenn sich meine Würstchen neuerdings auf der großzügigen Grillfläche verirren und die Zucchinis ihnen einsam vom Rost nebenan zurufen, dann schmunzle ich und denke an die Weiten Australiens. Das Land, in dem der durchschnittliche Balkon wohl so groß sein mag, wie der Supermarkt bei uns im Ort.